Nach dem Corona-Hoch kühlt sich der Superyacht-Markt leicht ab. Trotzdem befinden sich weit über 1000 Formate im Bau.

Auch, wenn sich aktuell so einige Sales-Broker der großen Makler-Häuser angesichts der globalen Krisenlage über mangelndes Käuferinteresse beklagen, so befindet sich die Superyacht-Industrie immer noch in einem guten Fahrwasser.

Vergleicht man die Zahlen der vergangenen fünf Jahre, herrscht zumindest im Neubau-Segment weiterhin gute Laune. Hatten die 180 aktiven Superyacht-Werften im Jahr 2021 noch 820 Formate im Bau oder im Orderbuch, waren es 2022 schon 1000 und 2023 sogar 1200 Stück. Dieser rasante Anstieg war bedingt durch die Corona-Pandemie, als viele Menschen ein Boot beziehungsweise eine Yacht als sicheren Rückzugsort einstuften. 2024 sank die Zahl auf 1170 Yachten und für 2025 stehen 1130 Formate in den Büchern.

Spitzenreiter ist dabei nach wie vor Italien. Hier befinden sich 572 Projekte im Bau oder on order; sie messen insgesamt 22 Kilometer (!) und haben eine Durchschnittslänge von 38,50 Metern. Auf Platz zwei folgt die Türkei mit 6400 Meter, die sich auf 148 Projekte verteilen; die Durchschnittslänge beträgt am Bosporus 44 Meter. Dahinter folgen die Niederlande mit einer sehr hohen Durchschnittslänge von 65 Metern, 68 Projekten und einer Gesamtlänge von 4500 Metern. Auf den Plätzen vier und fünf liegen England und Taiwan fast gleichauf, wo bei die Durchschnittslänge in Taiwan mit 30,80 Metern rund vier Meter größer ist als bei den Briten. Die komplette Länge aller Superyachten im Bau oder on order beträgt übrigens 45 Kilometer.

Die Top-Werften für diese Statistik kommen – wenig überraschend – aus Italien. Ganz vorn rangiert wie seit vielen Jahren Azimut-Benetti mit 5900, dahinter folgt Sanlorenzo mit 4400 und dann Feadship mit 1500 Yacht-Metern. Platz vier geht an die Italian Sea Group mit 1350 Metern, 100 Meter weniger listet Lürssen auf Rang fünf.

Betrachtet man die einzelnen Größenkategorie, erkennt man, dass Yachten bis 45 Meter Länge etwas weniger gefragt sind. Wenngleich sie mit 850 Projekten den Löwenanteil an der Gesamtstatistik ausmachen, sind es rund 60 weniger als noch in 2024. Ein deutliches Plus verzeichnet hingegen das Segment zwischen 45 und 60 Metern Länge. Hier sind es 18 mehr als noch im vorigen Jahr.

Der Anteil an Segelyachten ist übrigens stabil. 70 Formate über 24 Meter Länge befinden sich weltweit im Bau oder on order. Die wenigen Werften, die hier aktiv sind – etwa Royal Huisman, Vitters, Nautor Swan, Baltic, Southern Wind oder Solaris – werden künftig vielleicht sogar noch mehr Geschäft machen, wenn der Megatrend der Nachhaltigkeit endgültig im Yachting ankommt. Die Generation Z rückt schließlich demnächst als mögliche Kundengruppe nach; gleichwohl beeinflusst sie ihre Familien beim Kauf einer Großyacht heute schon. Immerhin: 90 aller 1130 laufenden Projekte bekommen einen alternativen Antrieb, entweder als hybride oder voll elektrische Version.

Und wer in ein laufendes Projekt einsteigen möchte, hat dazu übrigens viele Möglichkeiten. Rund 30 Prozent aller Yachten entstehen derzeit „on spec“, also ohne konkreten Auftraggeber. Für Käufer bedeutet dies eine verkürzte Lieferzeit und oftmals auch einen etwas besseren Preis. Der Zeitpunkt, in seine eigene Lebensqualität zu investieren, scheint aktuell nicht gerade schlecht.