Jüngere Käufer entdecken die Welt der Superyachten – und verändern sie nachhaltig.
Der Luxussektor erlebt derzeit einen bemerkenswerten Generationswechsel – und die Yachtbranche bildet dabei keine Ausnahme. Während früher Vorstandsvorsitzende und Finanzmagnaten im Ruhestand ihren lange gehegten Traum vom eigenen Schiff erfüllten, rücken heute deutlich jüngere Käufer nach. Zur Einordnung: Das Durchschnittsalter eines Rolls-Royce-Besitzers ist inzwischen auf 42 Jahre gefallen, für den vollelektrischen Spectre gar auf 35 Jahre. Und selbst im oberen Segment des Luxusmarktes, bei Superyachten, liegt das Alter der Eigner inzwischen nicht mehr durchgehend bei 60+ Jahren.
Auffällig ist dabei nicht nur das geringere Alter, sondern auch die Herkunft dieser neuen Käuferschicht. Viele sind Quereinsteiger ohne nautische Tradition, die ihr Vermögen in Technologie, Digitalwirtschaft, Krypto oder neuen Finanzmärkten aufgebaut haben. Für sie ist die Yacht nicht mehr nur ein prestigeträchtiges Statussymbol, sondern vor allem eine natürliche Verlängerung ihres Lebensstils an Land – ein schwimmendes Penthouse mit Smart-Home-Komfort.
Bereits vor einigen Jahren prognostizierten eine Studie des italienischen Werftenhauses Rossinavi und der Universität Monaco eine deutliche Verjüngung des Marktes: Demnach könnte das Durchschnittsalter der Superyacht-Käufer innerhalb einer Dekade um 10 bis 15 Jahre sinken. Bis 2030 werden 18,3 Billionen Dollar von den heutigen Generationen an die Millennials und die Generation Z weitergegeben. Schon jetzt kontrollieren die vermögenden Millennials über 55 Prozent der weltweiten Luxusausgaben. Ihre Vorlieben werden die Luxusindustrie in Zukunft stark beeinflussen und sind damit eine neue Kernzielgruppe.
Offene Räume, Wellness und „Hotel-DNA“
In den Entwicklungsabteilungen der Werften und Designstudios ist die junge Kundschaft längst ein Dauerthema. Die Wünsche sind klar definiert: mehr Offenheit, weniger klassische Raumsegmente und ein Design, das die gleiche Modernität, Leichtigkeit und architektonische Handschrift bietet wie luxuriöse Immobilien an Land. Lukas Stratmann, einer der bekanntesten deutschen Superyacht-Broker und bei Superyacht Partners in Monaco beschäftigt, formuliert wie folgt: „Wir setzen uns mit diesen jungen Kunden an den Tisch und erkennen überall dieselbe Tendenz: Sie wollen ihr Leben an Land eins zu eins auf eine Yacht übertragen.“
Die verwinkelten, traditionell eher abgeschotteten Raumkonzepte vieler älterer Superyachten wirken auf die neue Generation schlicht aus der Zeit gefallen. Ihre visuellen Gewohnheiten werden durch moderne Hotellerie, Boutique-Resorts und zeitgenössische Architektur geprägt – und sie erwarten genau dieses Niveau an Bord.
Zu einem zeitgemäßen Yachtkonzept gehört heute fast selbstverständlich ein großzügiger Wellnessbereich. Fitness-Studios, Spa-Zonen, Saunen, Massage- und Ruhebereiche sowie selbst Kältekammern in lichtdurchfluteten Beach Clubs. Sie sind für viele junge Eigner kein „nice to have“ mehr, sondern ein Muss. Denn körperliche Fitness ist für diese Generation längst das neue Statussymbol, beeinflusst und befeuert durch den Mega-Trend Longevity und natürlich durch den omnipräsenten Social Media-Einfluss.
Der Schweizer Unternehmer Dr. Tobias Reichmuth, Jahrgang 1978, kaufte sich beispielsweise extra den 45 Meter langen Explorer „Prometej“, um damit alle Blue Zones der Welt anzusteuern, also die Regionen, in denen die Menschen besonders lange leben. Dass Reichmuth ein Longevity-Investor ist, mag als Motivation zur Reise beigetragen haben; der Trip signalisiert indes, dass das Yachting längst kein reiner Entertainment-Zirkus mit ausufernden Partys auf dem Sundeck ist.
Auch im Chartermarkt macht sich der Generationenwechsel bemerkbar. Selbst wenn die Eigner – wie im Fall des „Kismet“–Besitzers Shahid Khan – nicht der jüngsten Generation angehören, zeigt sich der Einfluss doch bei den Chartergästen. Immer mehr junge Kunden verlangen umweltfreundliche Konzepte, energieeffiziente Systeme und nachhaltige Gastronomie an Bord. „Kismet“ kann dies bieten und ist deshalb trotz eines sehr hohen Wochenpreises von drei Millionen Euro (plus Betriebskosten, Steuer und Trinkgeld) ziemlich gut gebucht.
In die gleiche Kerbe schlug auch US-Celebrity Paris Hilton in diesem Sommer. Sie charterte mit ihrer Familie die Sunreef „Nalani“. Das Modell trägt Sunreefs Eco-Label, das für eine besonders nachhaltige Bauweise steht: In die Rümpfe, die Aufbauten und in den Carbonmast sind Solarzellen integriert, die bis zu 22,8 kWp Leistung erzeugen. Die Energie speist Batterien mit 84 kWh Kapazität – so kann die Yacht zeitweise völlig ohne Generator betrieben werden. Hilton jedenfalls gefiel es: „Ich sammle die magischsten Erinnerungen mit den Menschen, die ich am meisten liebe.“
Ein idealer Versicherungspartner für die neuen Eigner aus der Gen Z ist übrigens die BAVARIA AG. CEO Markus Wolf kommentiert: „Ob es ungewöhnliche Reviere oder Routen sind, eine technologisch sehr fortschrittliche Ausrüstung oder besondere Anforderungen – unsere Experten finden für nahezu jeden Wunsch eine Lösung.“